{"id":871,"date":"2015-02-22T00:22:51","date_gmt":"2015-02-22T00:22:51","guid":{"rendered":"http:\/\/chili.leven.ch\/?p=871"},"modified":"2023-10-17T14:51:35","modified_gmt":"2023-10-17T14:51:35","slug":"die-pendelstrecke-oder-in-58-stunden-von-zurich-nach-istanbul","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chili.mariane.ch\/?p=871","title":{"rendered":"Die Pendelstrecke oder in 58 Stunden von Z\u00fcrich nach Istanbul"},"content":{"rendered":"<p>Zum Dritten mal fahre ich nun die Strecke Z\u00fcrich \u2013 Istanbul oder umgekehrt und jedes Mal wirkt sie anders. Das Tor dazu ist immer Budapest.<\/p>\n<div id=\"attachment_874\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150217-DSC_9618.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-874\" class=\"size-large wp-image-874\" title=\"20150217-DSC_9618\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150217-DSC_9618-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150217-DSC_9618-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150217-DSC_9618-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-874\" class=\"wp-caption-text\">Die Rettung einer Statue? Gefunden in einem ziemlich heruntergekommenen Quartier hinter dem Bahnhof in Budapest.<\/p><\/div>\n<p>Heute ist alles in ein winterlich-weisses Kleid geh\u00fcllt. Die Landschaft breitet sich unschuldig in der Morgensonne aus. Ich bin die einzige Passagierin des ganzen Wagens, habe sechs Betten f\u00fcr mich und eine Kondukteurin, sowie einen Kondukteur. Wobei sich die Kondukteurin sehr gut um mich k\u00fcmmert und den Herrn gar nicht in meine N\u00e4he l\u00e4sst.<\/p>\n<div id=\"attachment_877\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150218-DSC_9653.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-877\" class=\"size-large wp-image-877\" title=\"20150218-DSC_9653\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150218-DSC_9653-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150218-DSC_9653-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150218-DSC_9653-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-877\" class=\"wp-caption-text\">Blick aus dem Zug: W\u00e4re es so, wenn ich mich im Winter auf das Abenteuer transsibirische Eisenbahn einlassen w\u00fcrde?<\/p><\/div>\n<p>Ich bin mir auch sicher, dass sie mir die Frau zur Grenzkontrolle vorbeigesendet hat. Ich habe den Vorhang geschlossen, wie ich es in der T\u00fcrkei gelernt habe und schaue nur durch das andere Fenster nach draussen. Dadurch entsteht eine eigene kleine Welt. Es empfiehlt sich eigentlich in jedem Land in dem eine Frau alleine unterwegs war, sobald keine anderen Frauen da sind. Eine offene T\u00fcr wird einfach zu schnell als Einladung interpretiert. Seis drum ich bin absolut unbehelligt, habe meinen ganzen Kram hier im Abteil verbreitet und mein Essen rationiert, denn ich hatte in vager Erinnerung, dass es keinen Speisewagen oder \u00e4hnliches gibt. Die Erinnerung hat mich nicht getr\u00fcgt. 22 Stunden Selbstversorgung. Es gab Banane, Orange, Sesamcrackers, Ungarische (leicht scharfe herrlich schmeckende) W\u00fcrstchen, ein interessantes Bl\u00e4tterteigbr\u00f6tchen von Lipot (einer wohl bekannten B\u00e4ckerei in Budapest mit der einzigen unfreundlichen Bedienung, die ich in Ungarn bisher erlebt habe), Linzerkekse, eine Packungs Chips, 3 l Wasser und ein Bier. Besonders das Wasser ist wichtig, denn in dem Wagen wird so fest geheizt, dass ich Angst habe, dass meine Schokolade gleich davon schmilzt. Auch hier langsam vor sich hin zu dehydrieren stelle ich mir nicht lustig vor. Obwohl es einen Hebel zur Regulierung der Heizung hat, den ich auf Minimum gestellt habe, hilft nur das L\u00fcften von Zeit zu Zeit, um nicht ganz zu schmelzen.<\/p>\n<div id=\"attachment_873\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150217-DSC_9635.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-873\" class=\"size-large wp-image-873\" title=\"20150217-DSC_9635\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150217-DSC_9635-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150217-DSC_9635-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150217-DSC_9635-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-873\" class=\"wp-caption-text\">Nach einem ganzen Tag bei eisiger K\u00e4lte in Budapest. Dennoch war es eine gute Entscheidung hier einen Aufenthalt von 10 Stunden einzuplanen, denn nur bis 6 Stunden vor Zugabfahrt lassen sich Schlafabteile buchen.<\/p><\/div>\n<p>Ich m\u00f6chte mich allerdings nicht zu sehr \u00fcber die W\u00e4rme beklagen, denn nach 10 Stunden Aufenthalt in Budapest, die ich zwar genossen habe, die aber eisig kalt waren und nur zu bew\u00e4ltigen indem ich mich von Restaurant zu Tram, zu Galerie, zu Laden durchgeschlagen habe, bin ich ganz froh dr\u00fcber.<\/p>\n<div id=\"attachment_875\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150217-DSC_9624.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-875\" class=\"size-medium wp-image-875\" title=\"20150217-DSC_9624\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150217-DSC_9624-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150217-DSC_9624-200x300.jpg 200w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150217-DSC_9624-685x1024.jpg 685w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-875\" class=\"wp-caption-text\">Galerie mit hippen Cafes und einer Kunstausstellung privater Sammlungen, wo ich wenigstens zwischendurch eine halbe Stunde auf einem Stuhl schlafen konnte.<\/p><\/div>\n<p>Eigentlich dachte ich, dass ich diese Strecke kennen w\u00fcrde, doch fahren wir statt \u00fcber Serbien \u00fcber Rum\u00e4nien. Kein grosser Unterschied dachte ich mir, die ich mich schon mit der Eint\u00f6nigkeit der Landschaft abgefunden hatte. Pl\u00f6tzlich schaue ich aus dem Fenster. Alles hat sich ver\u00e4ndert. Ein Fluss, der sich durch beeindruckende Felsen gefressen hat, windet sich zu F\u00fcssen des Zugs entlang.<\/p>\n<div id=\"attachment_879\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150218-DSC_9661.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-879\" class=\"size-large wp-image-879\" title=\"20150218-DSC_9661\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150218-DSC_9661-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150218-DSC_9661-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150218-DSC_9661-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-879\" class=\"wp-caption-text\">Vorbeiziehende Landschaft in Rum\u00e4nien. Bein einer Zugfahrt ist zu empfehlen darauf zu achten hier bei Tageslicht durchzukommen. Bei einem Zug pro Tag bleibt allerdings auch nur bedingt eine Wahl.<\/p><\/div>\n<p>Kleine D\u00f6rfer, wo viele Menschen einsteigen, nur nicht in meinen Wagen. Hier bleibe ich alleine. Die Mehrklassengesellschaft und die Frage, wie das rentieren kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_878\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150218-DSC_9656.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-878\" class=\"size-large wp-image-878\" title=\"20150218-DSC_9656\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150218-DSC_9656-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150218-DSC_9656-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150218-DSC_9656-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-878\" class=\"wp-caption-text\">Bahnw\u00e4rterhaus weit weg von allem.<\/p><\/div>\n<p>In Sofia treffe ich zum Gl\u00fcck auf zwei junge Frauen aus Deutschland, die ebenfalls nach Istanbul unterwegs sind, denn auf dem Weg nach Istanbul steht eine Stunde Wartezeit mitten in der Nacht an der Grenze an. Einer der eher unangenehmen \u00dcberg\u00e4nge in meiner Erinnerung, doch dieses Mal anders, denn es ist bitter kalt. Wir und die Grenzbeamten frieren zusammen und das verbindet. Noch nie zuvor wurden wir so schnell und freundlich durchgewunken. Und dann gehts weiter in einem kleinen Bus mit Eisblumen an den Fenstern.<\/p>\n<div id=\"attachment_890\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150219-DSC_9694.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-890\" class=\"size-large wp-image-890\" title=\"20150219-DSC_9694\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150219-DSC_9694-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150219-DSC_9694-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150219-DSC_9694-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-890\" class=\"wp-caption-text\">Skyline der verschneiten europ\u00e4ischen Seite Istanbuls.<\/p><\/div>\n<p>In Istanbul erwartet mich Sarp &#8211; der Couchsurfer, den ich bei der letzten Reise kennen gelernt habe. Wir stapfen gemeinsam durch den Schnee, der langsam schmilzt. Er hat frei, denn wenn hier Schnee liegt, steht alles still. Keine Uni, viele gehen nicht zur Arbeit, aber zum Gl\u00fcck f\u00e4hrt die Metro dennoch. Sprich eigentlich w\u00fcrde alles funktionieren, aber vielleicht ist es einfach noch eine Tradition in so einem Moment frei zu haben und ich freue mich auf interessante Diskussionen mit Sarp und seiner Freundin \u00fcber Gott und die Welt im wahrsten Sinne des Wortes.<\/p>\n<div id=\"attachment_880\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150219-DSC_9693.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-880\" class=\"size-large wp-image-880\" title=\"20150219-DSC_9693\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150219-DSC_9693-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150219-DSC_9693-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20150219-DSC_9693-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-880\" class=\"wp-caption-text\">Schnee am Bosporus.<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Dritten mal fahre ich nun die Strecke Z\u00fcrich \u2013 Istanbul oder umgekehrt und jedes Mal wirkt sie anders. 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