{"id":475,"date":"2013-06-06T17:54:45","date_gmt":"2013-06-06T17:54:45","guid":{"rendered":"http:\/\/chili.leven.ch\/?p=475"},"modified":"2016-04-25T13:34:05","modified_gmt":"2016-04-25T13:34:05","slug":"no-news-is-good-news","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chili.mariane.ch\/?p=475","title":{"rendered":"No News is good News"},"content":{"rendered":"<p>Ich sitze zum ersten Mal in meinem Leben in einem Geschlechter getrennten Internetcaf\u00e9 im Osten der T\u00fcrkei. Und ich muss sagen ich bin \u00fcber die strikte Geschlechtertrennung zumindest im Zug sehr froh gewesen. Sie hat mir eigentlich immer ein Einzelabteil beschert, dass ich auch ganz gerne abgeschlossen habe.<\/p>\n<div id=\"attachment_533\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6816.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-533\" class=\"size-medium wp-image-533\" title=\"DSC_6816\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6816-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6816-200x300.jpg 200w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6816-685x1024.jpg 685w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-533\" class=\"wp-caption-text\">Oliver, Emil, Thomas und ich in Sofia. Moment, in welche Richtung f\u00e4hrt das Auto nun?<\/p><\/div>\n<p>1. Juni, Abfahrt ab Z\u00fcrich HB mit dem Nachtzug nach Budapest.<\/p>\n<p>2. Juni, Versp\u00e4tung wegen eines Erdrutschs in \u00d6sterreich. 15 Minuten mich vor die Schlange zu dr\u00e4ngen und noch ein Ticket nach Belgrad zu ergattern. Die eine Stunde Aufenthalt in Belgrad ist im Vergleich dazu geradezu entspannt, bis sich herausstellt, dass ich keinen Schlafwagen reservieren kann. Der Kontrolleur wird bearbeitet. Zum Gl\u00fcck mit Erfolg. Die regul\u00e4ren 6 Euro bringen mir ein Bett bis nach Sofia und die Gesellschaft eines Iraners, eines Franzosen und eines Schweizers ein. Der Schweizer f\u00e4hrt mit dem Trans-Asia-Express \u00fcber Iran, Pakistan nach Indien. Zu gerne w\u00fcrde ich einfach alles stehen und liegen lassen und ihn begleiten. Ein Hauch Vernunft siegt allerdings.<\/p>\n<div id=\"attachment_534\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6743.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-534\" class=\"size-large wp-image-534\" title=\"DSC_6743\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6743-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6743-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6743-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-534\" class=\"wp-caption-text\">Zeitreisen. Im Restaurant des Zugs von Budapest nach Belgrad.<\/p><\/div>\n<p>3. Juni, Ankunft in Sofia. Eine spannende sch\u00f6ne Stadt mit wunderbarem Essen. Zehn Stunden Zwischenhalt laden zum Verweilen ein. Leider ist das Kunstmuseum wegen einer Beerdigung geschlossen.<\/p>\n<p>4. Juni, Istanbul. Endlich. Nachdem wir wieder mitten in der Nacht aus dem Zug aussteigen und sehr lange auf die Grenzkontrolle warten mussten, sind wir da. Ich eile als erstes auf die iranische Botschaft. Allerdings br\u00e4uchte ich wegen der Wahlen auch f\u00fcr ein Transitvisum eine Registrationsnummer. Die habe ich nicht und die Zeit darauf zu warten fehlt mir ebenfalls. Zumindest, wenn ich irgendwann in Georgien ankommen m\u00f6chte. Also Entwarnung f\u00fcr alle, die sich schon Sorgen gemacht haben. Zumindest f\u00fcr den Moment. Der Drang in den Iran zu reisen ist noch immer da und wer verhindern m\u00f6chte, dass ich das alleine tue, soll mitkommen. So einfach ist das. W\u00fcrde Maloney jetzt sagen. Zu den Ausschreitungen hier kann ich nicht sehr viel sagen. Es geht offiziell um einen Park, doch eigentlich um den Premierminister, den einige nicht m\u00f6gen und das Verhalten der Polizei. Doch die Bev\u00f6lkerung scheint gespalten. Ich konnte auf jeden Fall die Zonen gut umgehen, wo es Unruhen gab. In den Medien kommt meist ja nur das Brisanteste. Denn eigentlich ist Istanbul nichts davon anzumerken.<\/p>\n<div id=\"attachment_535\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6854.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-535\" class=\"size-large wp-image-535\" title=\"DSC_6854\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6854-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6854-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6854-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-535\" class=\"wp-caption-text\">Das Abendessen von meinem Gastgeber und mir. Alles m\u00f6gliche Kraut und Kr\u00e4uter mit Zitronensaft \u00fcbergossen auf einem Plastiktischtuch. Dazu warme Brote und Hackt\u00e4tschen. Nat\u00fcrlich wird alles von Hand gegessen.<\/p><\/div>\n<p>5. Juni, Abfahrt Richtung Ankara mit dem Bus, da die Zugstrecke schon seit einiger Zeit &#8211; vor zwei Jahren war das auch schon so &#8211; wegen Bauarbeiten ausser Betrieb ist. Dann endlich in Ankara konnte ich einen Zug besteigen. Die gef\u00e4hrlichste Art in der T\u00fcrkei zu reisen, wie mir gesagt wurde, aber auch mit Abstand die sch\u00f6nste. Der Zug schl\u00e4ngelt sich durch eine traumhafte Landschaft. Das Essen ist ausgezeichnet, die Ruhe einfach wunderbar. Wenn da nicht diese Tatsache w\u00e4re, dass ich wie ein Tier ausgestellt in meinem Abteil sitze. Ein Computeringenieur warnt mich vor den b\u00f6sen M\u00e4nnern. &#8220;Trau niemandem. Auch nicht dem Zugpersonal.&#8221; Warnt er mich und ich stelle fest. &#8220;Also auch dir nicht!&#8221; Er stimmt mir zu. Immerhin ein ehrlicher Mensch, der mir eigentlich ganz sympathisch ist. Trotzdem vermeide ich es lieber mich irgendwo anders als im Restaurantwagen mit ihm oder irgendjemandem zu unterhalten. Aber die Ruhe kommt mir auch ganz gelegen.<\/p>\n<div id=\"attachment_536\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6909.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-536\" class=\"size-large wp-image-536\" title=\"DSC_6909\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6909-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6909-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6909-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-536\" class=\"wp-caption-text\">Abendstimmung aus dem Zug zwischen Ankara und Erzurum.<\/p><\/div>\n<p>6. Juni, Erzurum. Nach 24 Stunden Fahrt kommt der Zug an. Ich verlasse mein doch lieb gewonnenes Zuhause sehr ungern und muss feststellen. Das mit dem Reisef\u00fchrer zu Hause lassen war keine gute Idee. Es ist schon fordernd genug mir all die einst gekonnten T\u00fcrkischen Worte wieder in Erinnerung zu rufen. Da fehlt Claudia schon, die immer alles wunderbar \u00fcbersetzen konnte. Gerade in Istanbul w\u00e4re es sehr spannend gewesen noch etwas mehr zu erfahren. Wobei ich zum Gl\u00fcck bei einem Couchsurfer war.<\/p>\n<div id=\"attachment_539\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6996.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-539\" class=\"size-large wp-image-539\" title=\"DSC_6996\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6996-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6996-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/DSC_6996-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-539\" class=\"wp-caption-text\">Blumen in allen Farben, Felder, dann karge H\u00fcgel, sp\u00e4ter Schneebedeckte Gipfel. Fassetten verschiedenster Formen und Farben sind zu sehen.<\/p><\/div>\n<p>Doch so weit so gut. Morgen fahre ich nach Yusufeli und werde dann in Batumi die Grenze nach Georgien \u00fcberschreiben. Fazit: das l\u00e4sst sich schon alles ohne zu Fliegen machen. Es ist einfach sehr anstrengend. Allerdings habe ich noch selten so viele Eindr\u00fccke in nur einer Woche gehabt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich sitze zum ersten Mal in meinem Leben in einem Geschlechter getrennten Internetcaf\u00e9 im Osten der T\u00fcrkei. Und ich muss sagen ich bin \u00fcber die strikte Geschlechtertrennung zumindest im Zug sehr froh gewesen. 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