{"id":329,"date":"2011-06-01T20:16:36","date_gmt":"2011-06-01T20:16:36","guid":{"rendered":"http:\/\/chili.leven.ch\/?p=329"},"modified":"2016-04-25T13:34:05","modified_gmt":"2016-04-25T13:34:05","slug":"grenzen-und-die-wanderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chili.mariane.ch\/?p=329","title":{"rendered":"Grenzen und die Wanderung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Tag 1: Die Muskeln<\/strong><\/p>\n<p>6.15 Uhr, Feilaisi 3520 Meter \u00fcber Meer. Der Wecker klingelt zum ersten Mal. Ich stehe nicht auf. Die Bekanntschaft mit den Chinesen und dem selber hergestellten Wein (ja es gibt Reben auf dieser H\u00f6he), die ich am vergangenen Abend gemacht hatte, ist sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>6.25 Uhr, selber Ort. Der Wecker klingelt. Ich stehe nicht auf.<\/p>\n<p>6.35 Uhr, selber Ort. Der Wecker klingelt. Ich zwinge mich vom warmen Bett in die K\u00e4lte, packe den Kram fuer die n\u00e4chsten paar Tage.<\/p>\n<p>8 Uhr, selber Ort. Nach einem eher d\u00fcrftigen Fr\u00fchst\u00fcck mit Nudeln und etwas Gem\u00fcse, machen wir uns auf den Weg. Wobei Weg leicht \u00fcbertrieben ist. Unterhalb einer Mauer, die den Blick auf die Touristenattraktion verbirgt, damit man auch brav Eintritt bezahlt, ist nur der Anfang eines Pfades zu finden und eine alte Frau mit komisch aussehenden K\u00fchen, die auch nicht nach Yaks aussahen, gibt uns zu verstehen, dass wir hier nicht hinunter d\u00fcrfen. Wir ignorieren es gekonnt und machen uns an den langen, steilen Abstieg.<\/p>\n<div id=\"attachment_330\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6405.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-330\" class=\"size-large wp-image-330\" title=\"DSC_6405\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6405-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6405-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6405-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-330\" class=\"wp-caption-text\">Stulpas am Wegrand<\/p><\/div>\n<p>11 Uhr, lottrige Fussgaengerbr\u00fccke im Tal 2100 m. Wir passieren die Br\u00fccke, dahinter liegen einige Stulpa, doch wir finden den richtigen Ort zum Aufstieg nicht, da \u00fcberall gebaut wird. Es scheint China ist eine einzige, grosse Baustelle. Ich klettere also eine Ger\u00f6llhalde hoch und st\u00fcrze fast. Schlussendlich finde ich aber Halt an einer Wurzel und finde eine Sackgasse. Das heisst ich darf denselben Fels wieder hinunter.<\/p>\n<p>13 Uhr, immer noch derselbe Ort, 100 m h\u00f6her. Wir machen eine halbe Stunde Pause auf einer Bank mitten im Dorf, w\u00e4hrend uns einige Bewohner offensichtlich anstarren. Daran haben wir uns in China allerdings schon ein Weilchen gew\u00f6hnt. Die Menschen sind neugierig und ich habe ihre Angewohnheit bereits \u00fcbernommen.<\/p>\n<div id=\"attachment_331\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6347.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-331\" class=\"size-large wp-image-331\" title=\"DSC_6347\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6347-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6347-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6347-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-331\" class=\"wp-caption-text\">Gebetstrommeln beim kleinen Tempel in Felaisi.<\/p><\/div>\n<p>15.15 Uhr, Hotspring 2700 m. Wir dachten, wir w\u00e4ren schon viel weiter, doch die Karte ist eine Skizze und obwohl f\u00fcr Chinesische Verh\u00e4ltnisse sehr genau, so reicht sie gerade aus, um nach dem Weg zu fragen. Nach 1420 m den Berg hinunter und 600 m hinauf, beginnt der eigentliche Aufstieg also erst. Das schwere Gep\u00e4ck macht sich langsam auf unseren R\u00fccken bemerkbar. Wir bezahlen als Studenten 30 Yuan, doch f\u00fcr einmal ist dies nicht \u00fcbertrieben, denn der Pfad ist gut unterhalten (kein Holzpfad, wie sonst immer) und es gibt nummerierte K\u00f6rbe. Eine junge Chinesin, die von ihrem Guide im Stich gelassen wurde, erkl\u00e4rte uns, dass wir bei der Nr. 1 die Spitze erreicht h\u00e4tten, was im sp\u00e4teren Verlauf sehr wichtig wurde. Wir waren bei Korb Nr. 65.<\/p>\n<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6431.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" class=\"size-large wp-image-332\" title=\"DSC_6431\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6431-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6431-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6431-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">Der Ziellauf von Gebetsfahnen gesaeumt.<\/p><\/div>\n<p>19.30 Uhr, Pass 3820 m. Wir haben die H\u00f6he erreicht. Von Korb Nr. 30 an, haben wir jeden einzelnen gez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck k\u00f6nnen wir hier \u00fcbernachten. Unsere Muskeln sind derart leer. Zwei lustige Tibeter begr\u00fcssen uns mit &#8220;tashitele&#8221; der tibetischen Grussformel. Wobei es f\u00fcr mehr oder weniger alles verwendet wird. Kurz darauf stehen Madeleine (die ich f\u00e4lschlicher Weise Natalie genannt hatte) und Amandine in der K\u00fcche. Stellt euch hier allerdings nichts geschlossenes vor. Es handelt sich dabei vielmehr um eine \u00fcberdachte Feuerstelle. Der Tibeter bereitet &#8220;Baba&#8221;, das hiesige Fladenbrot, f\u00fcr uns zu und wir fallen hungrig \u00fcber das Essen her. Es ist kalt, Isolation gibt es in dem Bretterschlag, in dem wir \u00fcbernachten keine, sieht man von den paar Kartons ab, die an die Bretter gepinnt sind. Es schneit einige Flocken und ich koste den ranzig schmeckenden Buttertee aus Yakmilch (laktosefrei). Nachdem ich beim ersten Schluck ein instinktives W\u00fcrgen unterdr\u00fccken musste, behaupte ich nach einer Tasse, dass ich mich daran gew\u00f6hnen k\u00f6nnte, wenn es sein muss.<\/p>\n<div id=\"attachment_333\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6440.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-333\" class=\"size-large wp-image-333\" title=\"DSC_6440\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6440-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6440-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6440-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-333\" class=\"wp-caption-text\">Gipfelfoto<\/p><\/div>\n<p><strong>Tag 2: Der Abstieg und die Blasen<\/strong><\/p>\n<p>6 Uhr. Der Wecker klingelt, ich schaue durch die Spalte in der Wand nach draussen. Alles ist grau, kein Sonnenaufgang zu sehen. Der Wecker wird ignoriert, da die Ersch\u00f6pfung vom Marsch des vergangenen Tages noch immer in den Knochen sitzt.<\/p>\n<p>Um 9 Uhr stehen wir endlich auf. Der Abstieg nach Yubeng ist deutlich moderater. Es liegt auf 3120 m. Dort wollen wir zu einem See hoch, doch sollen wir da erneut bezahlen. Es ist ein handgeschriebener Zettel, der erkl\u00e4rt, dass es gef\u00e4hrlich ist und wir darum 5 Franken zu entrichten h\u00e4tten. Wir versuchen zu verhandeln, doch manchmal muss man einfach kehrt machen. So beschlossen wir uns stattdessen also einen ruhigeren Tag zu g\u00f6nnen und den Pilgerweg zumindest zu einem St\u00fcck zu bewandern. Auf einem viel versprechenden Pfad mit der Aufschrift &#8220;kein Durchgang&#8221; begaben wir uns auf den weiteren Abstieg in Richtung Mekong. Der Zuflussarm tr\u00e4gt kristallklares Wasser in rasendem Tempo in die Tiefe. Es b\u00e4umt sich wild auf. Die Tiger Leaping Gorge ist nichts im Vergleich dazu.<\/p>\n<p>Wir laufen und laufen, bis wir auf einen Wassergrabens stossen, dem entlang wir nach Nilong folgen k\u00f6nnen. Auf der anderen Seite st\u00fcrzt der Fels in die Tiefe. W\u00e4re es nicht schon wieder 18 Uhr gewesen und unsere Beine nicht so m\u00fcde, dass wir regelm\u00e4ssig gestrauchelt w\u00e4ren, h\u00e4tte mich dieser Anblick vielleicht nicht so erschreckt, doch einige Male mussten wir \u00e4usserst schmale, nasse Stellen passieren, die meine leichte H\u00f6henangst herausgefordert haben. Alles ging gut, nur ein etwas ruhigerer Tag war es auf keinen Fall.<\/p>\n<div id=\"attachment_334\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6550.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-334\" class=\"size-large wp-image-334\" title=\"DSC_6550\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6550-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6550-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6550-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-334\" class=\"wp-caption-text\">Meine Reisebegleiterinnen, die Ziegen, die f\u00fcr einen Stau gesorgt haben und ihr Hirt, als der Pfad wieder etwas breiter wurde. Am Ende ist der Mekong zu erkennen. Es dunkelt bereits ein.<\/p><\/div>\n<p>20 Uhr, Nilong, 2140 m. Endlich! Es war fantastisch, aber wir wollten nicht mehr laufen. Unsere F\u00fcsse schmerzten allesamt. Schnell hatten wir eine Familie gefunden, die uns gerne f\u00fcr 20 Yuan ein Dach \u00fcber dem Kopf bot. Die Toilette war wahlweise bei den Eseln oder den Schweinen, aber das Essen war k\u00f6stlich und das Zimmer staubig, aber riesengross. Allgemein sind die R\u00e4ume hier nicht \u00e4rmlich, sondern betr\u00e4chtlich und die Chinesen gesch\u00e4ftst\u00fcchtig und meist fleissig (die Bauernfamilie hat die halbe Nacht durchgearbeitet). Das Gute daran ist, dass man sich \u00fcberhaupt nicht sch\u00e4men muss jemanden um einen Gefallen zu bitten, denn es bleibt oft ein Handel, wenn auch auf eine in meinen Augen herzliche Art. Dasselbe mit dem offensichtlichen Starren. Ich mag es wenn einen Menschen direkt anschauen und das tun Chinesen. Im Gegenzug muss ich meine neugierigen Blicke ebenfalls nicht verbergen.<\/p>\n<div id=\"attachment_335\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6562.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-335\" class=\"size-large wp-image-335\" title=\"DSC_6562\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6562-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6562-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6562-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-335\" class=\"wp-caption-text\">Das Innere des Esszimmers der Familie.<\/p><\/div>\n<p><strong>Tag 3: Ruhetag<\/strong><\/p>\n<p>Nun, eigentlich h\u00e4tte dies wieder Titel besagt unser Ruhetag sein sollen, doch da der Taxifahrer 40 Franken f\u00fcr den Transport in einen relativ nahe gelegenen Ort haben wollte, beschlossen wir uns weiterhin auf den eigenen F\u00fcssen fort zu bewegen. Nach drei Stunden laufen, legen wir eine Strecke mit einem Minibus zur\u00fcck und landen schlussendlich in Yuning im so genannten &#8220;Reiseb\u00fcro&#8221;. Einem traditionellen Haus am Ende des Dorfes, weit weg von einer gepflasterten Strasse. Dieser Ort bildet den Startpunkt f\u00fcr die Pilger, da bekanntlich immer im Uhrzeigersinn um ein heiliges Objekt herum gegangen wird und der Meili Schneeberg ist einer der heiligen Berge der Tibeter.<\/p>\n<p>Wir haben unglaubliches Gl\u00fcck, denn kurz nach uns erscheint eine chinesische Reisegruppe. Sie sind mit dem Besitzer befreundet und darum gibt es eine kleine Art Fest mit Yakk\u00e4se, tibetischen T\u00e4nzen, einer Art Schnaps, der mit H\u00e4hnchen aufgekocht wird, Schnupftabak und zu guter Letzt dem rettenden Bier. Sie singen und spielen ein Streichinstrument, das ich nie zuvor gesehen habe. Ich h\u00e4tte spontan einen &#8220;weiteren&#8221; Rasttag eingelegt, doch meine beiden Reisebegleiterinnen sind unter Visazeitdruck.<\/p>\n<div id=\"attachment_344\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6900.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-344\" class=\"size-large wp-image-344\" title=\"DSC_6900\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6900-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6900-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6900-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-344\" class=\"wp-caption-text\">Schmetterlinge, meine Lieblingsfotoobjekte<\/p><\/div>\n<p><strong>Tag 4: Der Pilgerweg<\/strong><\/p>\n<p>Fr\u00fchst\u00fcck. Es gibt eine Paste aus Huhn. Meine beiden vegetarischen Reisebegleiterinnen leiden, als sie den Fl\u00fcgelschlag unseres aufmerksamen Gastgebers sehen. Ich versuche mich ein weiteres Mal als Vorkosterin und moment&#8230; es ist s\u00fcss&#8230; Honig, wohl Wildhonig. Er schmeckt einfach k\u00f6stlich. Wir stopfen und die B\u00e4uche voll und beschliessen, dass es Sonntag sein muss.<\/p>\n<div id=\"attachment_343\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6876-e1306958855897.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-343\" class=\"size-medium wp-image-343\" title=\"DSC_6876\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6876-e1306958855897-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6876-e1306958855897-200x300.jpg 200w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6876-e1306958855897-685x1024.jpg 685w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-343\" class=\"wp-caption-text\">Der Fluss, dem wir auf dem ganzen Weg folgen.<\/p><\/div>\n<p>Um 11 Uhr geht es endlich los. Wir starten auf 3100 m und wollen bis zum Basiscamp des Duokela hoch. Erst f\u00fchrt uns der Weg durch eine Art Dschungel, dann einen moosbewachsenen Wald, der mich an Irland erinnert. Sp\u00e4ter erreichen wir eine gr\u00fcne Hochebene mit einem fast herbstlich wirkenden Wald dahinter. Zum Schluss wird es steiniger und wir beiden Schweizerinnen f\u00fchlen uns fast wie zu Hause auf einer Alm. Wir kehren bei einem Bergebewohner ein und kosten ger\u00e4ucherten Yakk\u00e4se. Das Wasser des Flusses, dem wir folgen, jedoch auf keiner Karte eingezeichnet ist schimmert blau-gr\u00fcnlich und begleitet uns auf dem ganzen Weg mit stetigem Rauschen. Seitlich und voraus erheben sich m\u00e4chtige Berge, deren Gipfel mit Schnee bedeckt sind. Zwischendurch passieren wir selber ein Schneefeld.<\/p>\n<p>Gegen f\u00fcnf Uhr haben wir noch keinen Ort erreicht, zu dem uns der nette Mann mit dem Yakk\u00e4se gewiesen hat, dabei h\u00e4tten wir nach seiner Angabe schon lange dort sein m\u00fcssen und die Gebetsfahnen, die uns sonst allgegenw\u00e4rtig den Weg gewiesen haben, bleiben pl\u00f6tzlich aus.<\/p>\n<div id=\"attachment_341\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6715.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-341\" class=\"size-large wp-image-341\" title=\"DSC_6715\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6715-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6715-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6715-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-341\" class=\"wp-caption-text\">Der erste Schnee ist \u00fcberquert.<\/p><\/div>\n<p>Doch daaaaa&#8230;.! Wir sehen Menschen. Sie zimmern gerade ein H\u00fctte zusammen, leben aber unter einem Felsvorsprung. Da sind einige andere H\u00fctten, doch alle scheinen vom Winterlichen Schnee eingedr\u00fcckt worden zu sein. Nur eine hat noch ein paar Bleche auf dem Dach. Nun, wir haben kein Zelt, also auch keine Wahl. Dann heisst es Feuer entfachen, aber es ist alles feucht, kalt und nass. Selbst das Papier will nicht brennen und Feuerzeug eins f\u00e4llt dem Versuch zum Opfer. Es ist geschmolzen. Ich besuche hilfesuchend unsere Nachbarn. Sie arbeiten weiter, als w\u00fcrde ich nicht existieren. Ich schaue zu, dann mache ich erneut auf mich aufmerksam und deute auf das Feuer. Sie bieten mir erst Essen an, verstehen dann aber. Sie hacken mir ein paar kleine Holzstuecke von einem wohl duftenden, sehr harzigen Strunk ab. Sie geben sie mir und ich kehre mit meiner Beute zur\u00fcck. Als Dank bringe ich unseren Rettern eine Packung Pickels, das sie zuerst nur f\u00fcr mich \u00f6ffnen m\u00f6chte, ehe sie versteht, dass es sich um ein Geschenk handelt. Kurz darauf erscheint sie in unserer H\u00fctte, macht uns das Feuer und zeigt auf den Balken, der das ganze Dach tr\u00e4gt und nur an einem Draht h\u00e4ngt. Wir verst\u00e4rken das Ganze mit einem Seil und k\u00e4mpfen mit dem langsam wieder erl\u00f6schen wollenden Feuer, reden ihm gut zu, husten wegen dem qualmenden Rauch und sammeln noch mehr Holz, um es zu trocknen. Schlussendlich essen wir etwas und legen uns darauf hin schlafen. Es ist bitterkalt, der Wind zieht durch die ganze H\u00fctte und es beginnt zu regnen. Tropf, tropf, tropf, mitten in mein Gesicht. Mit dem Gedanken an Abenteuer schlafe ich irgendwann doch ein.<\/p>\n<div id=\"attachment_340\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6704.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-340\" class=\"size-large wp-image-340\" title=\"DSC_6704\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6704-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6704-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6704-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-340\" class=\"wp-caption-text\">Vor dem Schlafengehen noch einen letzten Blick auf die Umgebung.<\/p><\/div>\n<p><strong>Tag 5: Im neuen Heim<\/strong><\/p>\n<p>Wir erwachen, denken \u00fcber Fr\u00fchst\u00fcck nach und stellen fest, dass auch Feuerzeug zwei verschwunden ist. Da Feuerzeug drei nicht existiert stehen wir vor einem Problem. Bevor wir uns in unserer morgendlichen Umnebelung allerdings dar\u00fcber ernsthafte Sorgen machen k\u00f6nnen, erscheinen unsere vier Nachbarn bewaffnet mit Streichh\u00f6lzer, dem wundersamen Harzholz und einigen \u00c4sten und machen uns ein Feuer. Wir danken von ganzem Herzen, sie machen uns noch darauf aufmerksam, dass es bitterkalt sein muss, mustern unsere Schlafs\u00e4cken kritisch und verschwinden wieder. Nichts geht wohl \u00fcber ein Yakfell und sie haben recht. Dann brechen wir auf in Richtung Duokela, der Bergspitze auf 4420 m. Es ist ein steiler Aufstieg und wie immer verlieren wir erst eine Stunde auf der Suche nach dem richtigen Weg. (Gute Karten sind ein wahrer Luxus, den es hier leider nicht gibt)<\/p>\n<div id=\"attachment_339\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6641.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-339\" class=\"size-large wp-image-339\" title=\"DSC_6641\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6641-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6641-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6641-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-339\" class=\"wp-caption-text\">Das neue Lager.<\/p><\/div>\n<p>Zum ersten mal in meinem Leben kraxle ich \u00fcber 4000 m. Die Luft ist d\u00fcnn. Wir schnaufen heftig. Aber der Blick, der sich uns bietet ist fantastisch, \u00fcberw\u00e4ltigend. Wir drehen uns um und staunen. Nur ein Ger\u00e4usch machte uns stutzig. Eine Lawine, zwei. Wir waren weit genug weg und sie waren klein. Aber der nasse Schnee, der Zeitpunkt und die Tatsache, dass wir mehrere Rutsche geh\u00f6rt hatten, veranlassten uns schlussendlich vor dem Gipfel umzudrehen.<\/p>\n<p>Am Abend k\u00e4mpften wir ein weiteres Mal mit mehr Erfolg mit dem Feuer, denn die gesammelte Birkenrinde wirkte Wunder. Wir reparierten das Dach und f\u00fchlten uns tats\u00e4chlich zu Hause.<\/p>\n<div id=\"attachment_338\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6865.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-338\" class=\"size-large wp-image-338\" title=\"DSC_6865\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6865-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6865-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6865-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-338\" class=\"wp-caption-text\">Bl\u00e4tterdach.<\/p><\/div>\n<p><strong>Tag 6: Der Abstieg<\/strong><\/p>\n<p>Die Sonne begr\u00fcsste uns bereits am fr\u00fchen morgen. Es war fr\u00fchlingshaft warm, als wir uns von unseren Nachbarn verabschiedeten, ihnen den Rest unserer Gem\u00fcses \u00fcberliessen und uns frohen Mutes an den Abstieg machten. V\u00f6gel zwitscherten und es war, als w\u00fcrde das Land erwachen. Der Abstieg war dennoch lang, da wir bis zur &#8220;Hauptstrasse&#8221; mussten, um schlussendlich einen Minivan anzuheuern. Um f\u00fcnf Uhr konnten wir also eine Fahrt entlang dem Abgrund mit vollem Blick auf die Berge hier geniessen. Die soll anscheinend nur ungef\u00e4hre 10 Tage pro Jahr gew\u00e4hrleistet sein. Es war der kr\u00f6nende Abschluss einer \u00e4usserst anstrengenden Wanderung und mitunter eine der besten Erfahrungen bisher. Ich bin gl\u00fccklich, absolut gl\u00fccklich.<\/p>\n<div id=\"attachment_345\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6963.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-345\" class=\"size-large wp-image-345\" title=\"DSC_6963\" src=\"http:\/\/chili.leven.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6963-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6963-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/DSC_6963-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-345\" class=\"wp-caption-text\">Blick auf die Berge<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 1: Die Muskeln 6.15 Uhr, Feilaisi 3520 Meter \u00fcber Meer. Der Wecker klingelt zum ersten Mal. Ich stehe nicht auf. 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