{"id":2212,"date":"2021-10-24T15:13:54","date_gmt":"2021-10-24T15:13:54","guid":{"rendered":"https:\/\/chili.mariane.ch\/?p=2212"},"modified":"2021-10-25T08:37:46","modified_gmt":"2021-10-25T08:37:46","slug":"angst-und-fuji","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chili.mariane.ch\/?p=2212","title":{"rendered":"Angst und Fuji"},"content":{"rendered":"\n<p>In letzter Zeit habe ich oft \u00fcber Angst nachgedacht. Wenn ich Angst vor etwas habe, dann frage ich, ob es mein Leben direkt gef\u00e4hrdet oder Langzeitfolgen f\u00fcr meine Gesundheit hat und wenn ich beides mit nein beantworten kann, dann tu ich es zum Trotz. Weil nur wenn ich der Angst begegne dann kann ich sie bew\u00e4ltigen. Darum reise ich wohl wie ich reise. Immer auf der Suche nach der Herausforderung. Ich bin aber eigentlich alles andere als mutig. Oft sitze ich da und habe ein richtig mulmiges Gef\u00fchl im Magen, frage mich warum ich mir das antu.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0416-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0416-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2257\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0416-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0416-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0416-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0416-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0416-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Der Blick auf Fuji von Kintoki. Ich w\u00fcrde mal behaupten, dass Covid-bedingt immer noch relativ wenige Menschen da waren. <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>So auch geschehen vergangenes Wochenende. Die grossen Touristenorte sind selten mein Ziel, aber ich wollte Fuji, den h\u00f6chsten Berg Japans, erklimmen w\u00e4hrend ich in Tokyo wohne. Fuji ist irgendwie speziell, denn man sieht ihn von so vielen Orten, wie er sich majest\u00e4tisch von den Ebenen rundherum abhebt. Ganz alleine und m\u00e4chtig. Allerdings habe ich gelesen, dass man da im Sommer manchmal Schlange steht beim Erreichen des Gipfels. Im Sommer zu gehen stand daher ausser Frage. Also war ich froh, als ich Blogs gefunden habe, die von Besteigungen ausserhalb der Saison berichteten. Seit die offizielle Saison am 10. September vorbei war, lauerte ich also auf gutes Wetter. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0469-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0469-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2225\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0469-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0469-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0469-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0469-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0469-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Auf dem Weg zum Start.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nun der Nachteil von ausserhalb der Saison ist, dass alle H\u00fctten geschlossen sind und nicht wirklich ein Bus irgendwo hin f\u00e4hrt und zelten unterwegs verboten ist, sprich wenn ich von Fuji-san-Bahnhof zum Gipfel gehen wollte, dann sind das 18 km mit 2900 H\u00f6henmetern. Dann 1 km dem Krater entlang und danach wieder 2400 H\u00f6henmeter runter \u00fcber 14 km gezogen bis zur n\u00e4chsten Bushaltestelle (wenn man diesen Weg denn gekannt h\u00e4tte) oder 3250 H\u00f6henmeter auf 24 km runter bis zum n\u00e4chsten Bahnhof. Um das ohne \u00dcbernachtung zu schaffen, musste ich um 21:00 Uhr Abends starten und eine Freinacht in Kauf nehmen. Ich glaubte daran, dass ich das schaffen kann, aber ganz sicher war ich mir nicht. Entsprechend stieg die Nervosit\u00e4t ein Tag vor dem geplanten Datum deutlich an. Das veranlasste mich dazu diese Wanderung f\u00fcr meine Verh\u00e4ltnisse akribisch zu planen. Mit Bernhard (meinem Vater) beriet ich mich wie viel Wasser (ich entschied mich f\u00fcr 3 Liter und begann bereits zwei Tage davor meinen K\u00f6rper zu Hydrieren und zu Carboloading zu betreiben) und wie viel von welcher Art Nahrung ich brauchen w\u00fcrde. Er verglich mein Vorhaben mit einem Ironman ohne irgendwelchen Support. Ich schmunzelte erst, wurde mir dann aber bewusst, dass die 16 Stunden Laufzeit schon in Richtung eines solchen Vorhabens gingen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-03-08-42-14_2470.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-03-08-42-14_2470-576x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2226\" width=\"144\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-03-08-42-14_2470-576x1024.png 576w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-03-08-42-14_2470-169x300.png 169w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-03-08-42-14_2470.png 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 144px) 100vw, 144px\" \/><\/a><figcaption>Der Plan.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Vergangenes Wochenende war der Wetterbericht endlich gut und das noch bevor der Schnee einsetzte. Es wurde ernst. Alleine, mitten in der Nacht und ich wusste nicht worauf ich mich einlasse. Der Vorteil man hat von \u00fcberall Empfang mit dem Natel, sprich ich w\u00fcrde Hilfe rufen k\u00f6nnen. Ich nahm also ein Schlafsack mit, falls ich in der K\u00e4lte auf Rettung warten m\u00fcssen w\u00fcrde. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0466-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0466-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2232\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0466-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0466-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0466-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0466-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0466-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Packliste plus noch deutlich mehr Wasser und etwas Essen. Der leere Fleck in der Mitte ist die Kamera, die nat\u00fcrlich nicht fehlen darf. Ein Buch \u00fcber &#8220;Nonelinear Dynamics und Chaos&#8221; nat\u00fcrlich auch nicht&#8230;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Um 18:30 Uhr kam ich in Fuji-san (Dorf) an. Ich kaufte mir noch eine Karte und suchte nach einem Restaurant. Das Einzige, das sicher keiner Kette angeh\u00f6rte und ge\u00f6ffnet war, war ein Sushi-Restaurant mit zwei unglaublich netten Besitzern. Ich konnte nochmals mein Natel aufladen, ass mich richtig satt und beantwortete die neugierigen Fragen. Sie warnten mich vor der K\u00e4lte, schienen f\u00fcr japanische Verh\u00e4ltnisse nur normal besorgt. Das liess mich etwas aufatmen. Zum Schluss gab mit die Besitzerin noch Bananen mit auf den Weg. Ich freue mich unglaublich \u00fcber die Geste. Das war genau wie ich Japan vor Jahren kennen gelernt hatte. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0476-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0476-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2231\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0476-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0476-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0476-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0476-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0476-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Alles ist wie ausgestorben. Nur der Wind weht ganz leicht.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ich kaufte noch ein paar letzte Sachen in einem der Konbini (=convenience store) und machte mich auf den Weg. Es war dunkel, die Luft noch relativ warm. Ich beschloss die Stirnlampe erstmals in der Tasche zu lassen. Der Einstieg war schnell gefunden. Er f\u00fchrte an einem Tempel vorbei zum Yoshida-Trail. Die steinernen Laternen warfen lange Schatten vom Licht der nahen Strassenlampen. Ein Vorgeschmack auf die n\u00e4chsten acht Stunden wandern durch die Dunkelheit. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0471-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0471-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2229\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0471-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0471-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0471-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0471-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0471-1-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Der Einstieg zum Yoshidatrail f\u00fchrt \u00fcber einen Tempel oder Schrein. Ich weiss den Unterschied hier nie.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Bald war das Licht weg. Ich gew\u00f6hnte meine Augen an die Dunkelheit und wanderte durch den n\u00e4chtlichen Wald. Ein flaues Gef\u00fchl im Magen und pl\u00f6tzlich der Gedanke: &#8220;Was wenn es hier B\u00e4ren gibt?&#8221; Das flaue Gef\u00fchl wurde zu einer Angst, die mich umklammern sollte, bis ich die Grenze des Waldes erreicht hatte, sprich die kommenden sechs Stunden. Als ich nach ungef\u00e4hr einer Stunde laufen durch die komplette Dunkelheit die Strasse verliess, nahm ich meine Stirnlampe in Betrieb, die ich nicht mehr ausschalten w\u00fcrde, bis ich die Baumgrenze erreicht hatte. Alle 30 Minuten sandte ich zudem meine Koordinaten an meinen Vater. Dazwischen lief ich, immer das Mantra im Kopf &#8220;es ist alles gut, du hast nur etwas Angst, aber B\u00e4ren m\u00f6gen kein Licht, es ist nicht Fr\u00fchling und nicht D\u00e4mmerung.&#8221; Und irgendwann konnte ich \u00fcber meine Angst lachen und als ich dar\u00fcber lachen konnte, verflog sie. Sie kam allerdings jedes Mal zur\u00fcck, wenn sich im Busch neben mir pl\u00f6tzlich etwas bewegte oder ich ein anderes seltsames Ger\u00e4usch durch die Nacht hallte. Was es jeweils war weiss ich nicht. Zum Gl\u00fcck hatte ich das mit den Spinnweben im Gesicht wenigstens schon auf Shikinejima trainiert. Das k\u00fcmmerte mich nur bedingt. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-03-15-47-07_2475-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-03-15-47-07_2475-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2227\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-03-15-47-07_2475-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-03-15-47-07_2475-300x225.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-03-15-47-07_2475-768x576.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-03-15-47-07_2475-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-03-15-47-07_2475-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Sch\u00f6n wenn die verbleibende Laufzeit zum Gipfel als fast 598 Minuten angegeben wird und das wohl bei Tageslicht.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nach f\u00fcnf Stunden h\u00f6rte ich einen Generator und sah Licht. Ein Zelt mit Schuhen davor stand da und weiter oben war eine Herberge, die tats\u00e4chlich noch ge\u00f6ffnet war (die Station 6). Ich freute mich \u00fcber die Toilette, allerdings gab es schlechte Nachrichten. Der Weg war verbarrikadiert. Geschlossen seit dem 10. September. Das schreiben sie nach 6 Stunden Weg? Aber wahrscheinlich l\u00e4uft das ausser mir wirklich niemand. Die Frage war nun war der Weg geschlossen weil es gef\u00e4hrlich oder einfach weil es Japan ist? Nur wie findet man das um 3 Uhr morgens heraus. Die Person im Zelt konnte ich schlecht wecken und sonst war niemand da. Ich beschloss mich erstmals hin zu setzen und etwas zu essen und zu trinken. Mein Berater via Telefon riet mir davon ab weiter zu gehen, aber aufgeben war noch nie meine St\u00e4rke. Das Wetter war gut, ich war vorbereitet und hatte deutlich mehr Respekt davor nochmals durch den dunklen Wald zu gehen, als auf die Spitze des Berges. Die Konditionen waren optimal. Bevor ich mir weiter den Kopf dar\u00fcber zerbrechen konnte, kam eine Gruppe aus der Herberge. Ich beobachtete sie eine Weile, dann fragte ich einen von ihnen nach dem Weg. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0483-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0483-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2234\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0483-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0483-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0483-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0483-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0483-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Endlich mal nicht nur dunkler Wald im Kegel einer fahl schimmernden Stirnlampe. <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Er sprach bloss Japanisch, aber inzwischen verstehe ich schon etwas mehr. So konnte ich heraus finden, dass sie mit sechs Personen am Vortag den Fuji \u00fcberquert hatten. Sie hatten meinte Route in der Gegenrichtung genommen. Es war komplett problemlos, allerdings ist es auf eigene Verantwortung. Eifrig zeigte er mir, wie ich an der Absperrung vorbei kam, dann ging es richtig los. Die B\u00e4ume wurden k\u00fcrzer, der Weg steiniger (aber nicht steiler und er war immer noch 1.5 Meter breit) und meine Angst schwand. Ich hatte Personen getroffen, die den Weg zur\u00fcckgelegt hatten und allgemein auf Menschen zu treffen kann in so einer Situation unglaublich erleichternd sein.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0496-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0496-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2236\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0496-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0496-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0496-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0496-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0496-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Alle berichten vom Sonnenaufgang auf dem Fuji, aber f\u00fcr mich war die Dunkelheit, der Mond, die Sterne und all die Lichter im Tal der sch\u00f6nste Teil, als ich endlich die Baumgrenze erreicht hatte. Freiheit, Stille und ein gewaltiger, dunkler Berg direkt zu meiner Rechten. Ich f\u00fchlte mich geborgen. <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Dann erreichte ich die Baumgrenze, sah die d\u00fcnne Mondsichel und all die Sterne \u00fcber mir. Im Flachland um den Fuji herum war ein Lichtermeer zu sehen, das teils durch die Wolken funkelte, teils offen da lag. Neben mir erhob sich m\u00e4chtig der Fuji-san. Es war atemberaubend. Ich f\u00fchlte mich frei und bereit den Berg zu erklimmen. Hier war ich in meinem Element. Genau darum tu ich mir die das an. Wegen solchen Momentes des absoluten Gl\u00fccks und der Freiheit. Ich frage mich wie weit sich das durch die Angst davor noch verst\u00e4rkte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0505-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0505-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2239\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0505-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0505-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0505-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0505-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0505-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Einsetzen der D\u00e4mmerung.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Inzwischen war es vier Uhr morgens, etwas frisch, aber nur kalt wenn ich verweilte. Also ging ich mit Ausnahme von ein paar Fotostops einfach weiter und weiter. Die D\u00e4mmerung begann und ich konnte all die Verbauungen ausmachen, die gegen Steinschlag installiert wurden und das waren einige. W\u00e4hrend eines Erdbebens wollte ich mich trotzdem nicht in diesem Hang befinden. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0571-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0571-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2240\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0571-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0571-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0571-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0571-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0571-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Wahrscheinlich Wassertanks f\u00fcr die H\u00fctten und Verbauungen, die ausser direkt aus der N\u00e4he kaum wahrgenommen werden. Aber der ganze Weg ist umgeben davon. <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-08-06-34-04_2504.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-08-06-34-04_2504-576x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2260\" width=\"288\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-08-06-34-04_2504-576x1024.png 576w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-08-06-34-04_2504-169x300.png 169w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Photo-2021-10-08-06-34-04_2504.png 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/a><figcaption>Nur vier Tage sp\u00e4ter erscheint das auf meinem Bildschirm und zwar gleichzeitig mit heftigem Beben der Erde. Manchmal braucht man Gl\u00fcck oder zumindest kein Pech.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Irgendwann ging die Sonne auf. Ich war nicht auf dem Gipfel, aber ehrlich gesagt spielte das \u00fcberhaupt keine Rolle. F\u00fcr Fotos ist es unterwegs sogar interessanter. Vom Gipfel sieht man einfach einen flachen Horizont in der Ferne. Zudem konnte ich wie geplant das steilste St\u00fcck bei Tageslicht zur\u00fccklegen. Davor traf ich aber noch einen \u00e4lteren Japaner. Seit Covid kam er \u00f6fters hier wandern, plante aber nicht zum Gipfel vorzustossen und war mit dem Auto bis zur f\u00fcnften Station gefahren. Wir liefen eine Weile gemeinsam, dann trennten sich unsere Wege, ohne dass ich seinen Namen erfahren h\u00e4tte wieder. Dennoch in der Einsamkeit eine sch\u00f6ne, fl\u00fcchtige Begegnung. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0557-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0557-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2241\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0557-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0557-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0557-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0557-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0557-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Sonnenaufgang am Fuji. <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Kurz vor dem Gipfel sah ich wie es aussieht, wenn in Japan ein Gebiet wirklich gesperrt ist. Auf wenigen Quadratmetern war ein dichter Wald aus Schildern, die verboten den Weg zu verlassen. Es macht Sinn, denn der Steinschlag w\u00e4re vorprogrammiert. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0520-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0520-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2242\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0520-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0520-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0520-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0520-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0520-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Ausblick von einer weiteren Zwischenstation.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Dann der Gipfel. Es ist 9 Uhr morgens, zw\u00f6lft Stunden nachdem ich losgelaufen war. Ich beginne zu husten. Covid, schiesst es mir durch den Kopf, der Grund warum ich oft \u00fcber Angst nachgedacht habe in letzter Zeit. Kann es sein, dass es Vulkangase gibt hier oben? Ich reagiere immer empfindlich auf solche Dinge. Ich verweilte auf jeden Fall nicht lange, spazierte um den Krater herum und fand den Abstieg auf der anderen Seite nat\u00fcrlich wieder gesperrt. Ich \u00fcberpr\u00fcfte also auf meinen drei Karten, ob dies wirklich der Weg nach Gotenba war, verifizierte noch mit Fabian, denn ich wusste, dass die andere Gruppe aus Gotenba gekommen war. Dann ignorierte ich die Sperrung und machte mit an den Abstieg durch die W\u00fcste aus Lavasand. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0530-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0530-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2245\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0530-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0530-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0530-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0530-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0530-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Vorboten des Herbsts.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In rund drei Stunden war ich unten bei der 5ten Station (das ist da wo sonst der Bus f\u00e4hrt). Meine Knie schmerzten, darum war ich auch einen grossen Teil der Strecke gerannt. Aber ich h\u00e4tte St\u00f6cke mitnehmen sollen. Im Nachhinein ist man immer kl\u00fcger. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0602-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0602-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2246\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0602-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0602-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0602-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0602-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0602-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Der Krater.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0597-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0597-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2247\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0597-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0597-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0597-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0597-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0597-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Gut getarnte H\u00e4user auf dem Gipfel.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0599-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0599-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2249\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0599-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0599-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0599-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0599-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0599-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Der Blick von ganz oben. <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Unterwegs traf ich noch eine weitere Person. Er k\u00e4mpfte sich in Halbschuhen durch den Sand. Immer einen Schritt hoch, um dann wieder einen halben Schritt nach unten zu rutschen. Wir gr\u00fcssten uns. Kurz bevor ich unten angekommen war, rannte er wieder an mir vorbei. Unten angekommen sass er da und reinigte sich gr\u00fcndlich. Sehr Japanisch. Sein Name war Joji und er half mir netter Weise dabei die n\u00e4chste Bushaltestelle zu finden. Rief sogar noch jemanden an, um nachzufragen. So verstand ich es zumindest, denn er sprach ausschliesslich Japanisch und meine Trefferquote bei Gespr\u00e4chen liegt immer noch weit unter hundert Prozent. Seis drum irgendwann nach 15 Uhr fuhr 7 km von der 5ten Station ein Bus. Das war besser als nach Gotenba zu laufen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0610-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0610-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2248\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0610-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0610-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0610-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0610-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0610-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Der Abstieg ist karg und ich bin vollkommen mit Staub \u00fcberdeckt, wenn ich durch den Sand schlittere. <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0613-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0613-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2250\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0613-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0613-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0613-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0613-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0613-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Es geht einfach ziemlich steil auf einer Piste durch den Sand pfeilgerade runter, w\u00e4hrend sich der Weg hoch durch den Sand schl\u00e4ngelt.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die 7 km sollten sich allerdings unendlich in die L\u00e4nge ziehen. Meine Muskeln waren zwar noch in Ordnung, meine F\u00fcsse schmerzten aber fast so fest wie als ich den Fuss gebrochen hatte. Zum Schluss hin schossen mir bei jede Schritt fast die Tr\u00e4nen ins Gesicht. Aber Autostop ist wegen Covid fast unm\u00f6glich und irgendwie geh\u00f6rt es halt dazu wenn man so etwas macht. 14:58 Uhr war ich an der Bushaltestelle, aber der Bus war bereits um 14:45 Uhr gefahren. Von hier waren es ca. 14 km bis zum Bahnhof, das w\u00fcrde ich nicht mehr schaffen. Ich n\u00f6tigte also einen alten Japaner, der gerade zu seinem geparkten Auto ging, mich mitzunehmen. Zum Gl\u00fcck klappte es. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0624-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0624-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2251\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0624-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0624-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0624-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0624-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0624-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Schattenspiele beim Abstieg.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>So schaffte ich es mit etwas Gl\u00fcck sogar noch auf einen fr\u00fcheren Zug. Ich lief zum vordersten Wagen, der sozusagen leer war, denn ich wollte keine Geruchsbel\u00e4stigung f\u00fcr meine Mitfahrenden sein und wer sass da: Joji. Das wurden meine ersten zwei Stunden, die ich ohne Unterbruch Japanisch sprach. Ein weiterer Durchbruch. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0394-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0394-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2262\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0394-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0394-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0394-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0394-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/DSCF0394-1-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Spinnenweben in Asakusa.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der Ausflug hat mich auf jeden Fall befl\u00fcgelt. Ich weiss nicht genau was daran. Das \u00dcberwinden der Angst, die Einsamkeit, das mich lebendig F\u00fchlen, die geschaffte Herausforderung? Wahrscheinlich alles zusammen. Egal was es ist, ich geniesse den Zustand.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In letzter Zeit habe ich oft \u00fcber Angst nachgedacht. 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