{"id":2136,"date":"2020-11-01T13:00:00","date_gmt":"2020-11-01T13:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/chili.mariane.ch\/?p=2136"},"modified":"2021-05-06T13:07:07","modified_gmt":"2021-05-06T13:07:07","slug":"japan-und-der-kommunismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chili.mariane.ch\/?p=2136","title":{"rendered":"Japan und der Kommunismus"},"content":{"rendered":"\n<p>Mein Eindruck war, dass Japan dem Kommunismus oder Kommunisten (\u5171\u7523\u4e3b\u7fa9\u8005) gegen\u00fcber nicht gerade freundlich eingestellt ist. Und dennoch hatte ich einige Ber\u00fchrungspunkte damit k\u00f6nnte man sagen. Der erste war im Kumano-Ryo, dem Studentenwohnheim in dem ich in Kyoto gewohnt hatte. Es hatte n\u00e4mlich den &#8220;schlechten&#8221; Ruf Kommunisten, &#8220;Menschen die Krawall machen zu beherbergen&#8221;, und dem muss ich vehement widersprechen. Die meisten Studierenden dort haben einfach nur extrem hart gearbeitet, weil ihre Eltern eben nicht so reich waren. Ich w\u00fcrde sogar so weit gehen, dass ich die Meisten als eher un- oder gar apolitisch bezeichnet h\u00e4tte. Was ich dagegen beobachten durfte ist, dass sie selbstst\u00e4ndiger sind als Gleichaltrige, etwas kritischer denkend, weltoffener, anspruchsloser und improvisationsfreudiger. Allerdings habe ich nat\u00fcrlich auch nur einen kleinen Teil der Bewohner kennen und sch\u00e4tzen gelernt, denn wie gesagt meistens haben sie einfach nur sehr hart gearbeitet, um das Studium zu finanzieren und gleichzeitig noch Bestnoten zu schreiben. Allerdings habe ich jene kennen gelernt, die von sich aus auf mich zugekommen sind, was nat\u00fcrlich schon von einer zus\u00e4tzlichen Neugierde zeugt. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7517-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7517-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2152\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7517-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7517-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7517-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7517-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7517-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Meine Vorliebe f\u00fcr Abgrenzungen kommt wieder einmal zu Tage.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der zweite Ber\u00fchrungspunkt war unerwarteter und ist auch der Grund, warum es hier nur stellvertretende Fotos von einem morgendlichen Ausflug mit Fabian gibt. Ich musste n\u00e4mlich meine Aufenthaltsbewilligung erneuern. Das war nicht gerade einfach, denn eigentlich niemand im Immigrationsb\u00fcro sprach Englisch. Immer wieder musste ich hoffen, dass ich richtig verstanden habe und nicht aus sprachlicher Inkompetenz irgendeine Falschangabe gemacht habe. Danach habe ich mich gefragt, ob das in der Schweiz \u00e4hnlich ist, dass Beamte relativ schlecht Englisch sprechen. Mir w\u00fcrde das ja nicht auffallen. Und auch in Japan ist es mir vor allem im Kontrast dazu aufgefallen, dass Hausvermieter, Taxiunternehmen und andere Gesch\u00e4fte, deren Kundschaft potenziell auch aus dem Ausland kommt, extra Ausl\u00e4nder anstellen, damit jemand perfekt Englisch spricht, jedoch nicht die Verwaltung. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7580-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7580-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2153\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7580-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7580-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7580-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7580-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7580-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Der Skytree durch ein paar Grashalme hindurch.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wer Asterix kennt, kennt vielleicht die Szene wo sie von einem Schalter zum n\u00e4chsten gejagt werden und genau so ging es mir auch auf dem Immigrationsb\u00fcro (dieses Bild habe ich irgendwie auch von der ehemaligen Sowjetunion im Kopf). Irgendwie war ich am\u00fcsiert. Vor allem als ich gemerkt habe, dass ich sowieso nichts \u00e4ndern kann, sondern einfach den ganzen Tag mit Warten und zu verschiedenen Schaltern gehen verbringen werde. Ein Tag reichte allerdings nicht aus, denn ich hatte die falschen Dokumente. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7595-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7595-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2155\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7595-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7595-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7595-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7595-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7595-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>5 Uhr morgens in Tokyo. <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Damit wurde die Zeit langsam knapp dachte ich. Aber ich habe einen Stempel auf der R\u00fcckseite meiner Residence Card erhalten und wenn ich die Erkl\u00e4rung richtig verstanden habe, so erlaubte mir dieser Stempel meinen Aufenthalt um drei Monate zu verl\u00e4ngern. Ich versuchte als ruhig zu bleiben und vertraute darauf, dass ich richtig verstanden hatte. So richtig ruhig wurde ich allerdings erst, als ich damit auf dem Kreisb\u00fcro registrieren konnte und die extrem hilfsbereite Dame sogleich zu verstehen gab, dass das ok ist. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7608-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7608-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2156\" width=\"342\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7608-683x1024.jpg 683w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7608-200x300.jpg 200w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7608-768x1152.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7608-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7608-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7608-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 342px) 100vw, 342px\" \/><\/a><figcaption>Der Skytree. Eines der Wahrzeichen von Tokyo and dem ich mehrmals pro Woche vorbei laufe. <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Damit zog ich in eine WG in Asakusabashi ein. Mit einer Japanerin (Namiko) und zwei Japanern (Ushi und Kitaken). Alle drei sind sehr spannend und cool. Und wieder einmal hatte ich ein riesiges Gl\u00fcck, denn Rise (meine Mitbewohnerin aus dem Kumano Ryo in Kyoto) hat mir diese WG vermittelt. Denn in Japan sind WGs meist nicht \u00f6ffentlich ausgeschrieben. Es gibt schon shared houses, aber das ist eher so Studentenwohnheim mit einer unendlich langen Liste an Regeln wie z.B. kein Besuch auf dem Zimmer. Damit war dieses Thema shared house dann f\u00fcr mich auch schon abgehakt gewesen. Also ich h\u00e4tte es als \u00dcbergangsl\u00f6sung in Erw\u00e4gung gezogen so lange sowieso niemand aus der Schweiz einreisen kann, aber es w\u00e4re f\u00fcr mich undenkbar gewesen, wenn ich niemanden zu mir einladen kann. Wobei das oft auch in Studios verboten ist. Wie war das: andere L\u00e4nder andere Sitten. Ja, da erkennt man dann schon den europ\u00e4ischen Individualismus in mir. Wie es wohl die Japaner sehen w\u00fcrden. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7575-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7575-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2157\" width=\"512\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7575-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7575-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7575-768x512.jpg 768w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7575-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSCF7575-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Und noch ein letztes Sonnenaufgangsbild, damit es sich wenigstens gelohnt hat so fr\u00fch aufzustehen. \ud83d\ude09<\/figcaption><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Eindruck war, dass Japan dem Kommunismus oder Kommunisten (\u5171\u7523\u4e3b\u7fa9\u8005) gegen\u00fcber nicht gerade freundlich eingestellt ist. 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