{"id":2038,"date":"2018-12-18T02:43:22","date_gmt":"2018-12-18T02:43:22","guid":{"rendered":"https:\/\/chili.mariane.ch\/?p=2038"},"modified":"2019-11-10T02:46:00","modified_gmt":"2019-11-10T02:46:00","slug":"der-ort-wo-wir-noch-exotisch-waren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chili.mariane.ch\/?p=2038","title":{"rendered":"Der Ort, wo wir noch exotisch waren"},"content":{"rendered":"\n<p>(Fotos folgen)<\/p>\n\n\n\n<p>Ich mag abgelegene Orte. Da, wo sich die Kulturen noch am Meisten unterscheiden, da wo ich zur Ruhe komme. Sebastia versprach ein solcher Ort zu sein. Nico lockte ich in die Gegend weil es neben Nablus (in Pal\u00e4stina) lag, aber mein Ziel war Nisf Jubail. Dort gibt es das Mosaik Guesthouse. Ich hatte einen Prospekt davon in Jericho gesehen und wusste genau, dass ich da unbedingt hin m\u00f6chte. Alte Handwerke (T\u00f6pfern, Seifen herstellen und Mosaik) werden hier noch in traditioneller Form betrieben und Frauen gef\u00f6rdert, die dieses aus\u00fcben. Auch die Schweiz unterst\u00fctzt das Projekt. Zumindest stand auf dem Prospekt Lugano drauf, aber eigentlich hatte ich einfach das Foto eines der Zimmer gesehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings hatte ich keine Ahnung wie wir es \u00fcberhaupt nach Nisf Jubail schaffen w\u00fcrden und es gab keine Adresse f\u00fcr das Guesthouse. Ein guter Anfang. Also w\u00e4hlte ich Sebastia. Sebastia ist in gewissen Reisef\u00fchrern sogar drin und das Guesthouse hat dort geh\u00f6rt zum gleichen Projekt. Ihr k\u00f6nnt euch bestimmt vorstellen, wie ich mich gefreut habe, als die Antwort kam, dass dieses allerdings ausgebucht ist und wir nach Nisf Jubail gehen m\u00fcssten. Mit einer ungef\u00e4hren Beschreibung wie wir dort hinfinden und ohne irgendeine Angabe wo genau in dem Dorf das Guesthouse liegt, machten wir uns also auf den Weg. Einmal mehr ein kleines Abenteuer, das uns durch Olivenheine f\u00fchrte und an einen Ort, wo uns der Bus am Strassenrand zur\u00fcck liess. Hier mussten wir keine Angst haben \u00fcber den Tisch gezogen zu werden, denn es verschl\u00e4gt nicht viele Touristen hierher. Schon gar nicht mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln. <\/p>\n\n\n\n<p>Der einzige Laden konnte uns dann auch gleich an die Person verweisen, die f\u00fcr das Guesthouse zust\u00e4ndig war. Ob er da gewartet hat oder per Zufall dort war, wissen wir nicht, denn sein Englisch war nicht sonderlich gut. Aber kurze Zeit sp\u00e4ter waren wir in einem Zimmer, das wie eine H\u00f6hle und eine Ausgrabungsst\u00e4tte zugleich war. Noch sch\u00f6ner als auf dem Foto. <\/p>\n\n\n\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter kam Nico. Hej, da sind zwei Frauen in der K\u00fcche. Nun gab es nat\u00fcrlich kein Halten mehr f\u00fcr mich. Ich z\u00fcckte Notizbuch und Stift und machte mich auf in die K\u00fcche. Dort waren zwei \u00e4ltere Frauen f\u00fcr uns und die Gruppe, die sich in Sebastia aufhielt am Kochen. Zu zweit ist leider immer schlecht, dann sch\u00e4men sie sich viel mehr sich mit mir zu unterhalten versuchen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch irgendwann schaffte ich es das Eis zu brechen. Ich fragte sie nach ihrer Familie und sie fragten mich nach der meinen. Nach gut einer Viertelstunde hatte ich oft genug wiederholt, dass ich mithelfen m\u00f6chte, sodass ich K\u00f6fte formen durfte. F\u00fcr die n\u00e4chsten drei Stunden war ich dann besch\u00e4ftigt. Wir kochten ein unglaublich leckeres Essen zusammen und ich bestellte gleich f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag wieder ein Abendessen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber erst war noch ein Tag in und um Nisf Jubeil angesagt. Wir liefen durch Olivenhaine nach Sebastia, besuchten das andere Mosaik Guesthouse und die Moschee dort, die zugleich das Grab eines Heiligen war und wo eine Frau sass, die uns sehr kompetent und freudig \u00fcber die Ausgrabungen in Sebastia aufkl\u00e4rte. <\/p>\n\n\n\n<p>Daneben gab es H\u00e4ndler, die relativ aufdringlich waren und irgendwo im Nirgendwo trafen wir ein paar betrunkene junge Menschen, die kein Wort Englisch sprachen, uns aber dennoch dar\u00fcber ausfragten, warum wir keine Kinder h\u00e4tten und an wem es denn l\u00e4ge. Wir lehnten aber dankend ab mit ihnen noch an einen anderen Ort zu fahren oder gar mit zu trinken, denn so ganz wohl war uns dabei beiden nicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen kehrte ich wieder in die K\u00fcche von Fatin zur\u00fcck und verbrachte dort den ganzen Abend. Sie liess mich alles M\u00f6gliche degustieren und ihre Tochter \u00fcbersetzte das N\u00f6tigste. Ich f\u00fchlte mich wohl und zu Hause. Schade, dass wir danach weiter ziehen mussten. Hier w\u00e4re ich problemlos noch ein paar Wochen geblieben. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Essen war n\u00e4mlich vorz\u00fcglich, was nat\u00fcrlich an Fatins Kochk\u00fcnsten lag, aber auch an den hervorragenden Zutaten. Das war schon im Iran so. Kann es sein, dass die guten Sachen einfach immer exportiert werden und daher zumindest der Gaumen von lokalen Konsumentinnen davon profitiert, wenn es Einschr\u00e4nkungen beim Export gibt?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Fotos folgen) Ich mag abgelegene Orte. Da, wo sich die Kulturen noch am Meisten unterscheiden, da wo ich zur Ruhe komme. Sebastia versprach ein solcher Ort zu sein. 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