{"id":1824,"date":"2018-01-21T16:00:39","date_gmt":"2018-01-21T16:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/chili.mariane.ch\/?p=1824"},"modified":"2018-01-21T16:00:39","modified_gmt":"2018-01-21T16:00:39","slug":"baikal-love","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chili.mariane.ch\/?p=1824","title":{"rendered":"Baikal Love"},"content":{"rendered":"<p>Ich steige aus dem Zug aus. Es gibt noch ein paar S\u00fcdkoreanische Touristen, sonst nur Russinnen und Russen. Mir sieht keiner an, dass ich nicht von hier bin. Eine S\u00fcdkoreanerin fragt mich nach dem Weg. Als ich ihr nicht antworten kann, z\u00fcckt sie ihr Smartphone, fotografiert den Bus und steigt wenig sp\u00e4ter ein.<\/p>\n<div id=\"attachment_1827\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4692.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1827\" class=\"size-large wp-image-1827\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4692-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4692-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4692-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4692-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1827\" class=\"wp-caption-text\">Der Fluss Angar am Dampfen.<\/p><\/div>\n<p>Die \u00dcbersetzung und alle Informationen auf dem Bildschirm. Wie einfach k\u00f6nnte es doch sein. Ich indessen laufe einfach mal. Ich weiss, dass ich Richtung Osten muss, komme \u00fcber die Br\u00fccke, die den Fluss Angar \u00fcberquert und weiss warum ich laufe.<\/p>\n<div id=\"attachment_1829\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4699.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1829\" class=\"size-large wp-image-1829\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4699-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4699-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4699-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4699-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1829\" class=\"wp-caption-text\">Schon auf der Br\u00fccke wurde ich ein Fan von Irkutsk und das obwohl ich gerade mal 30 Stunden dort war.<\/p><\/div>\n<p>Der Fluss raucht. In der Mitte h\u00e4lt sich wacker ein Fischer. Es ist kalt, aber \u00fcberw\u00e4ltigend sch\u00f6n. Ich bleibe einfach stehen und geniesse das Spektakel zusammen mit der untergehenden Sonne.<\/p>\n<div id=\"attachment_1828\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4703.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1828\" class=\"wp-image-1828 size-large\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4703-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4703-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4703-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4703-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1828\" class=\"wp-caption-text\">Und das ganze von noch etwas N\u00e4her.<\/p><\/div>\n<p>Danach gehe ich automatisch schneller. Meine Regenjacke ist schon steif, da gefroren. Die Worte der Frauen aus dem Zug hallen in meinem Kopf nach, damit wirst du nicht \u00fcberleben. Innerlich lache ich, geniesse und leide zugleich. Wobei sich die Balance langsam von Geniessen in Richtung Leiden verschiebt, denn es ist kalt und ich weiss nur, dass es ein Hostel an der Leninstrasse gibt, die &#8211; wie ich herausfinde &#8211; einmal quer durch die ganze Stadt geht.<\/p>\n<div id=\"attachment_1830\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4710.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1830\" class=\"size-large wp-image-1830\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4710-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4710-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4710-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4710-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1830\" class=\"wp-caption-text\">Eine Kirche, die ich passiere.<\/p><\/div>\n<p>Ich laufe also einfach auf gut Gl\u00fcck und verfluche mich manchmal daf\u00fcr. Der Rucksack h\u00e4lt meinen R\u00fccken warm, die zwei paar Hosen tun ihren Dienst. Ich danke Kristina f\u00fcr ihre Handschuhe, nur das Atmen ist so schwer. Aber ich kann mir kein Tuch vor den Mund halten, denn dann ist automatisch meine Brille beschlagen. Langsam kriecht leise Panik in mir hoch. Um vier Uhr beginnt der deutsche Stammtisch im Restaurant Baikal Love. Dort wollte ich hin und ich habe keine Ahnung, wo dieses Restaurant ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_1831\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4713-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1831\" class=\"wp-image-1831 size-large\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4713-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4713-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4713-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4713-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1831\" class=\"wp-caption-text\">Eines der wundersch\u00f6nen Holzh\u00e4user, das einzige, das ich fotografiert habe, denn bei der K\u00e4lte ist jedes Foto eine \u00dcberwindung.<\/p><\/div>\n<p>Du wirst es schon finden, haben die zwei auf Wanderschaft gesagt und tats\u00e4chlich. Pl\u00f6tzlich stehe ich einfach davor. Eine bunt gemischte Runde aus Muttersprachlern und Einheimischen sitzt zusammen. Das Essen ist herrlich und es ist warm. Langsam taue ich auf, komme in Fahrt und erfahre, dass es ein sch\u00f6nes Hostel gerade beim Baikalsee gibt. In Listvjanka. Ich versuche noch den Bus dorthin zu erwischen, treffe auf der suche auf eine alte Frau namens Galina und verpasse den letzten Bus um gut eine Stunde, denn er war bereits vor 18 Uhr gefahren.<\/p>\n<div id=\"attachment_1834\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4724.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1834\" class=\"wp-image-1834 size-large\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4724-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4724-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4724-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4724-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1834\" class=\"wp-caption-text\">Ein Holzhaus im Bau.<\/p><\/div>\n<p>Also besuche ich Galina, die mir ihre Adresse gegeben hatte. Ihr Sohn bringt mich sp\u00e4ter ins Hostel, wo wir &#8211; der einzige andere Gast, die Hotelangestellte und ich &#8211; eine Kneipentour starten. Diese macht allerdings einen groben Strich durch meine Rechnung, am n\u00e4chsten Tag fr\u00fch aufzustehen und zum Baikalsee zu fahren. Als ich aus dem Bett krieche ist n\u00e4mlich schon 10 Uhr. Ich ziehe alles an, was ich anziehen kann und mache mich auf den Weg zum Bus. Mitten drin drehe ich jedoch auf dem Absatz um.<\/p>\n<div id=\"attachment_1835\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4728.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1835\" class=\"wp-image-1835 size-large\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4728-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4728-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4728-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4728-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1835\" class=\"wp-caption-text\">Und ein Eispalast im Entstehen.<\/p><\/div>\n<p>Ich entscheide einfach hier zu bleiben. Irkutsk ist interessant, ich habe noch genau bis 4 Uhr morgens Zeit hier und sollte keine Angst haben irgendeine Sehensw\u00fcrdigkeit zu verpassen, denn bisher war ich sowieso nur davon entt\u00e4uscht worden. Also st\u00fcrze ich mich befreit und entsprechend gl\u00fccklich ins Stadtget\u00fcmmel, kaufe mir draussen auf dem Markt Handschuhe, dieselben Socken, welche die Verk\u00e4uferin auch tr\u00e4gt und einen Schal und merke wie sich mit der Zeit meine Zunge wie verbrannt anf\u00fchlt, denn heute ist noch k\u00e4lter als gestern. Zwei Stunden scheinen das oberste Limit zu sein, um draussen herum zu laufen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1832\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4715.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1832\" class=\"wp-image-1832 size-large\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4715-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4715-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4715-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4715-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1832\" class=\"wp-caption-text\">Die Hintert\u00fcr anschauen.<\/p><\/div>\n<p>Als Ungl\u00e4ubige schleiche ich in mehrere Kirchen hinein. Dort ist warm und es riecht gut. Jedes Mal z\u00fcnde ich eine frische Bienenwachskerze an, erfreue mich ab der Heiligkeit des Orts und f\u00fchle mich gleichzeitig wie eine Diebin, die sich hinein stiehlt.<\/p>\n<div id=\"attachment_1833\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4717.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1833\" class=\"wp-image-1833 size-large\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4717-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4717-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4717-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4717-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1833\" class=\"wp-caption-text\">Durch den Zaun hindurch gesp\u00e4ht.<\/p><\/div>\n<p>Draussen bauen sie ganze Pal\u00e4ste aus Eis auf, beziehungsweise sie beginnen gerade damit. Ich gehe Richtung Fluss, w\u00e4hrend die Sonne dem Horizont entlang schleicht. Aber ich m\u00f6chte nochmals sehen, wie der Nebel aus dem Fluss kriecht und das tu ich im Norden der Stadt. Das Wasser ist hier in allen drei Formen sichtbar.<\/p>\n<div id=\"attachment_1836\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4733-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1836\" class=\"wp-image-1836 size-large\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4733-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4733-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4733-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4733-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1836\" class=\"wp-caption-text\">Die Br\u00fccke am Fluss.<\/p><\/div>\n<p>Meine Lunge schmerzt, doch das ist es wert, die K\u00e4lte macht das ganze Erlebnis bloss intensiver. Dennoch all die Autos, die an mir vorbei rauschen, helfen nicht auf dem R\u00fcckweg, also begebe ich mich in Seitengassen, um dem zu entkommen. Ich beobachte Eisblumen an den Fenstern der alten Holzgeb\u00e4ude.<\/p>\n<div id=\"attachment_1837\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4734-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1837\" class=\"wp-image-1837 size-large\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4734-1-1024x230.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"144\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4734-1-1024x230.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4734-1-300x68.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4734-1-768x173.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1837\" class=\"wp-caption-text\">Der Blick von der Br\u00fccke in Richtung des Mahnfeuers.<\/p><\/div>\n<p>Ich wundere und bewundere, bis ich einen alten Mann sehe. Im ersten Augenblick scheint alles normal, Passanten ziehen vorbei, doch beim zweiten Hinschauen, erkenne ich die Schieflage. Er ist zwischen seinem Stock und einer Hauswand und bewegt sich nicht. Wenn ich sein Gesicht richtig lese, dann ist leise Panik zu sehen. Ich bot ihm meinen Arm an. Er versteht nicht, spricht undeutlich. Ich hake nach, dann warte ich einfach ab. Bis er mir seine Stofftasche gibt. Dort drin sind instant noodles. Danach gibt er mir zu verstehen, dass ich mich neben ihn stellen soll. Er nimmt meinen Arm. Da merke ich dass er wie Espenlaub zittert, dass seine Jacke noch d\u00fcnner ist als meine. In Tippelschritten geht es voran. Ich darf auf keinen Fall das Gleichgewicht auf dem eisigen Boden verlieren und er atmet jetzt schon schwer. Was wenn er mitten drin umkippt und stirbt? Wenn ich da jemandem etwas erkl\u00e4ren sollte? Frage ich mich unweigerlich, scheuche den Gedanken aber brutal zur Seite und konzentriere mich einzig und allein genau das Tempo zu halten, welches der Mann m\u00f6chte. Ich biege dort, ab wo er mich hinlenkt, einzig und alleine darauf konzentriert. Das hilft mir auch auszublenden, dass der Mann eher verwahrlost aussieht und seine Nase wie ein Wasserhahn tropft. Das ist gut so, denn normaler Weise habe ich tats\u00e4chlich grosse M\u00fche \u00fcber solche Oberfl\u00e4chlichkeiten hinweg zu sehen. Mit der Zeit l\u00e4sst das Zittern etwas nach. Uns kreuzt eine Frau. Sie sagt ein Wort und dann djevoschka (M\u00e4dchen), womit zweifellos ich gemeint bin und ich glaube es war etwas sehr Nettes, denn sie war eine der wenigen Russinen, die mich gleich angel\u00e4chelt haben, doch ich weiss es nicht. Sonst erscheinen die meisten im ersten Moment eher strikt. Besonders draussen auf der Strasse. Ich gehe mit dem Mann bis zu einer Metallt\u00fcr, die ich f\u00fcr ihn \u00f6ffne. Er m\u00f6chte eindeutig nicht, dass ich hineinkomme, noch m\u00f6chte er, dass ich hinein schaue. Das respektiere ich und lasse ihn. Er sagt zweimal &#8220;spasiba&#8221; (danke) und ich weiss, dass ich das richtige getan habe.<\/p>\n<div id=\"attachment_1838\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4742-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1838\" class=\"wp-image-1838 size-large\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4742-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4742-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4742-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4742-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1838\" class=\"wp-caption-text\">Alle drei Formen von Wasser.<\/p><\/div>\n<p>Befl\u00fcgelt von der guten Tat, irre ich durch die Stadt und komme so viel zu weit vom Hostel weg. Aber wenigstens finde ich gefrorenen Sanddorn mit dem ich im Zug dann Tee machen kann und kaufen noch Proviant ein. Dennoch habe ich als ich nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit wieder im Baikal Love sitze das Gef\u00fchl, dass ich mir Atemwege und Lunge erfroren habe. Die Schmerzen sollten auch noch die n\u00e4chsten vier Tage anhalten, ehe es wieder besser wurde.<\/p>\n<div id=\"attachment_1839\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4744-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1839\" class=\"wp-image-1839 size-large\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4744-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4744-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4744-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4744-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1839\" class=\"wp-caption-text\">Langsam kriecht der Nebel vom Fluss hoch&#8230;<\/p><\/div>\n<p>Seis drum, eine heisse Suppe, ein Tee und ein paar Omletten sp\u00e4ter f\u00fchle ich mich wieder lebendig. Im Baikaler Hostel ist heute niemand mehr. Nicht mal Jeva, aber ich denke sie hat noch den schlimmeren Kater als ich gehabt und wurde am Morgen danach ziemlich vom Hostelmanager zusammen gestaucht.<\/p>\n<div id=\"attachment_1840\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4745-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1840\" class=\"wp-image-1840 size-large\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4745-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4745-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4745-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4745-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1840\" class=\"wp-caption-text\">&#8230;und eine Kirche sch\u00e4lt sich aus dem Dunst.<\/p><\/div>\n<p>Ich verkrieche mich also direkt in meine Bett, denn ich muss mitten in der Nacht aufstehen, um den Zug nach Moskau zu erwischen. Denn eigentlich dachte ich, dass ich f\u00fcr 23:30 Uhr gebucht hatte, doch habe ich schnell herausgefunden, dass dies Moskauer Zeit ist. Ein Fehler der einem nur einmal passiert.<\/p>\n<div id=\"attachment_1842\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4752-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1842\" class=\"wp-image-1842 size-large\" src=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4752-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4752-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4752-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/chili.mariane.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/DSCF4752-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1842\" class=\"wp-caption-text\">Und hier die Kirche inklusive Kamerateam beim oberen Eingang.<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich steige aus dem Zug aus. Es gibt noch ein paar S\u00fcdkoreanische Touristen, sonst nur Russinnen und Russen. Mir sieht keiner an, dass ich nicht von hier bin. Eine S\u00fcdkoreanerin fragt mich nach dem Weg. Als ich ihr nicht antworten &hellip; <a href=\"https:\/\/chili.mariane.ch\/?p=1824\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1824","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chili.mariane.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1824","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chili.mariane.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/chili.mariane.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chili.mariane.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chili.mariane.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1824"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/chili.mariane.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1824\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1847,"href":"https:\/\/chili.mariane.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1824\/revisions\/1847"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chili.mariane.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1824"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/chili.mariane.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1824"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/chili.mariane.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1824"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}